USA: Der größte Markt für Ohne Gentechnik – Lebensmittel

11.10.2019 - 55 Prozent der US-Bürger achten beim Einkauf von Lebensmitteln auf eine Ohne Gentechnik - Zertifizierung. Das ergab eine Befragung des Marktforschungsunternehmens The Hartman Group. Wichtigster Beweggrund dafür seien Befürchtungen, dass sich gentechnisch veränderte Lebensmittel negativ auf die Gesundheit auswirken könnten, schrieb das Unternehmen. 2010 lag die Quote derjenigen, die gv-Lebensmittel bewusst vermeiden, noch bei 29 Prozent. Dazu passt, dass fast die Hälfte der US-Bürger das Siegel ‚Non GMO Project Verified’ kennen.

Das Non GMO Project ist der bekannteste und wichtigste Lizenzgeber für ein Gentechnikfrei-Siegel in den USA. „Wir wachsen beständig und außerordentlich“, sagte Hans Eisenbeis, der Pressesprecher des Projects, gegenüber Food Business News. Die Zahl der geprüften Lebensmittel lege jedes Jahr um 15 bis 20 Prozent zu. Inzwischen habe das 2007 gegründete Non GMO Project 60.000 Produkte von über 5.000 Marken verifiziert. Auf der Verbraucherseite wachse der Umsatz mit Produkten, die das Siegel Non GMO Project Verified tragen, jährlich um etwa neun Prozent. Der Umsatz liege inzwischen bei 26 Milliarden US Dollar, das entspricht fast 24 Milliarden Euro. Dabei ist das Project zwar die größte und bekannteste, aber nicht die einzige Siegelorganisation für gentechnikfreie Lebensmittel in den USA. Anders als in Deutschland gibt es für diesen Bereich in den USA keine staatliche Regelung.

Laut Eisenbeis verzeichnen Snacks, Riegel und Convenience Food derzeit die größten Wachstumsraten bei der Verifizierung. Auch bei Getränken wie Kokoswasser sei die Nachfrage der Unternehmen groß, da viele Aroma- und Süßstoffe mit Hilfe gentechnischer Verfahren hergestellt würden.

Food Business News zitierte auch einen Sprecher von Danone North America mit den Worten, man wolle den Kunden die Möglichkeit geben, die Produkte auszuwählen, die sie bevorzugen. Deshalb biete Danone bei mehreren Marken Joghurts an, die vom Non GMO Project verifiziert seien.

Die Nachfrage der Kunden nach gentechnikfreien Produkten will auch Nestlè USA befriedigen – allerdings ohne eine strenge Zertifizierung. Das Unternehmen lobte zahlreiche Produkte mit einem eigenen Logo als gentechnikfrei aus, wobei das Logo dem Siegel des Non GMO Projects sehr ähnlich sah. Allerdings stammte die Milch in den Produkten von Tieren, die gentechnisch veränderte Futtermittel erhalten hatten. Eine Verbraucherin zeigte das Unternehmen daraufhin wegen irreführender Werbung an. Ein kalifornisches Gericht hat nun die Klage zur Verhandlung zugelassen. Nestle verteidigte sich, man habe die Lebensmittel nach dem Standard des internationalen Zertifizierers SGS zertifizieren lassen und dieser verlange bei tierischen Lebensmitteln oder Zutaten keine gentechnikfreie Fütterung.

Food Business News: Non-GMO Project growth ‘extreme and consistent’ (22.08.2019)

The Hartman Group: Healthy Living Today: Importance of Non-GMO in Purchase Criteria (03.20.2019)

Foodnavigator USA: Are all Non GMO claims the same? Judge allows lawsuit vs. Nestlé USA to proceed (27.09.2019)

VLOG: „Ohne Gentechnik“ heißt ohne Gentechnik – auch in den USA (15.11.2018)