Verbraucher wollen mehr Transparenz – auch bei Schweinefleisch

21.10.2019 - 2018 wurden in Deutschland 56,6 Millionen Schweine geschlachtet und zu 5,3 Millionen Tonnen Schweinefleisch weiterverarbeitet. Ein wesentlicher Bestandteil im Futter dieser Tiere ist Sojaschrot. Nach einer Erhebung des VLOG, die auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes und Branchenbefragungen beruht, gingen im vergangenen Jahr 1,8 bis 2,0 Millionen Tonnen Sojaschrot in das Schweinefutter. Anders gesagt: In jedem Kilo Schweinefleisch stecken fast 400 Gramm Soja. Insgesamt entfallen gut drei Viertel aller deutschen Sojaimporte auf die Schweinemast. Die Branchenbefragungen des VLOG ergaben auch, dass weniger als ein Prozent des Sojaschrots in den Futtertrögen deutscher Schweine gesichert gentechnikfrei ist. 99 Prozent der Schweinefleischprodukte im deutschen Handel wurde mit Hilfe gentechnisch veränderter Futterpflanzen erzeugt.

Diese Tatsache ist den meisten deutschen Verbrauchern nicht bewusst, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des VLOG zeigt: Nur ein Sechstel der 2.500 Befragten ging davon aus, dass mehr als 80 Prozent der Schweine gentechnisch veränderte Futtermittel erhalten. Ein Viertel der Befragten ging von einem gv-Futteranteil von weniger als 40 Prozent aus. Die Umfrage ergab auch, dass 70 Prozent der Deutschen den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen zur Fütterung von Tieren negativ bewerten und deshalb bevorzugt tierische Lebensmittel einkaufen, die eine Ohne Gentechnik-Kennzeichnung tragen. Noch lieber wäre es den Verbrauchern allerdings, wenn die Futternutzung gentechnisch veränderter Pflanzen auf den tierischen Lebenmitteln deklariert würde. Über 80 Prozent der Verbraucher stimmten dieser Forderung zu.

„Diese Zahlen zeigen klar, wie wichtig den Menschen beim Thema Gentechnik mehr Transparenz bei Einkauf tierischer Lebensmittel ist“, kommentierte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting die Ergebnisse der Befragung. Da die Politik auf EU-Ebene den Wunsch der Verbraucher nach einer Mit-Gentechnik-Kennzeichnung tierischer Lebensmittel weiterhin ignoriere, komme einer Ohne Gentechnik- Kennzeichnung eine umso größere Bedeutung bei. Es sei erfreulich, dass die ersten Handelsunternehmen inzwischen Eigenmarken-Schweinefleisch im Premiumsegment oder in einzelnen Regionen mit Ohne GenTechnik – Siegel anbieten sagte Hissting: „Wir wünschen uns zu Gunsten von Umwelt und Verbraucher, dass Erzeuger und Händler die Chancen, die eine transparente Kennzeichnung bei Schweinefleisch ihnen bietet, noch stärker nutzen.“

VLOG: Schweine-Fleisch ohne Gentechnik: Der Markt bewegt sich (24.04.2019)

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