Nachweis neuer Gentechnik: Pflanzensorten haben einen biochemischen Fingerabdruck

30.03.2020 - Der französische Biochemiker Eric Meunier berichtet auf der Webseite Inf’OGM über die Arbeit des internationalen Verbandes zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV). Diese Organisation kümmert sich weltweit darum, dass die Rechte der Züchter gewahrt werden. Die UPOV hat im November 2019 eine Anleitung vorgestellt, wie sich mit Hilfe biochemischer und molekularer Marker eine Pflanzensorte sicher identifizieren lässt.

Diese molekularen Marker sind genetische Sequenzen, die charakteristisch für eine Sorte seien, schreibt Meunier. Mit ihrer Hilfe könne man „eine Pflanzensorte genau beschreiben, identifizieren, unterscheiden und zurückverfolgen“. Würden mehrere Marker kombiniert, lasse sich ein „genetischer Fingerabdruck jeder Sorte, eine Art Strichcode erstellen“. Die Arbeit bestehe darin, eine Liste der für diese Sorte charakteristischen Marker zu erstellen und ein Testverfahren zu entwickeln, das diese Marker nachweist.

Meunier berichtet, dass chinesische Forscher auf einer UPOV-Tagung ein solches Testkit für Maissorten vorgestellt hätten. Der Chip ermögliche „die Identifizierung der kombinierten Marker von 400 chinesischen und ausländischen Mais-Inzuchtlinien.“ Auf der gleichen Tagung habe die Internationale Vereinigung für Saatgutprüfung, der auch die Prüflabore der großen Saatgutkonzerne angehören, ein Protokoll für die Sortenidentifizierung mit Hilfe von Erbgutanalysen vorgestellt. 

Solche eindeutigen Sortennachweise sind wichtig, damit Züchter im Streitfall ihre Eigentumsrechte an einer Sorte auch durchsetzen können. Mit den vorgestellten biochemischen Methoden lassen sich prinzipiell auch Sorten identifizieren, bei denen mit Gen-Scheren wie Crispr/Cas ins Erbgut eingegriffen wurde. Obwohl das angeblich nicht geht, wie Gentechniker und Behörden gerne behaupten.

Bei einem Eingriff mit Gen-Scheren, so argumentiert Meunier, entstehen immer auch unerwünschte Änderungen im Erbgut, die sich bei dessen genauer Analyse finden und als Marker nutzen lassen, um diese Sorte von behaupteten natürlichen Mutationen sicher unterscheiden zu können. „Dieser Nachweis ist technisch machbar, sofern der politische Wille vorhanden ist und die notwendigen finanziellen Mittel zur Durchführung zur Verfügung gestellt werden“, schreibt Meunier. [lf]

Inf’OGM: UPOV : Indeed, new GMOs can be accurately identified (25.03.2020)

UPOV: Anleitung zur Verwendung biochemischer und molekularer Marker bei der Prüfung der Unterscheidbarkeit, Homogenität und Beständigkeit (01.11.2019)

UPOV: Advances in the construction and application of DNA fingerprint database in maize (14.11.2019)

UPOV: DNA-based methods for variety testing: ISTA approach (14.10.2029)

VLOG: Ist Genome Editing nachweisbar? Im Prinzip ja, aber...(12.02.2019)

VLOG: Genome Editing in Pflanzen lässt sich nachweisen (16.07.2018)