Allgemein

Gibt es eine Bewertungshilfe bei der Beurteilung der Analysierbarkeit von Rohstoffen?

Eine Übersicht der untersuchungsfähigen- und nicht-untersuchungsfähigen Futtermittel und Rohstoffe bietet folgende Bewertungshilfe. Die Analysierbarkeit von Futtermitteln und Rohstoffen erfolgt zudem in Absprache mit dem zuständigen Anlayselabor.

Kann ein Zertifikat ausgestellt werden, wenn in einem Unternehmen positive GVO-Analyseergebnisse vorliegen und festgestellt wird, dass die entsprechenden Futtermittel oder Rohstoffe bereits geliefert wurden bevor das Analyseergebnis vorlag?

Zunächst muss betrachtet werden, welche Maßnahmen das Unternehmen im Fall des positiven Analyseergebnisses eingeleitet hat (Gab es direkt und langfristige Maßnahmen? Auswertung der Analyseergbenisse und Prozessanlayse?). Wurden keine konkreten und effektiven Maßnahmen ergriffen, ist dies ein Grund das Zertifikat nicht auszustellen. Es müssen Korrekturmaßnahmen vorgenommen und deren Tauglichkeit durch Analysen belegt werden. Eine Nachkontrolle ist von der Zertifizierungsstelle durchzuführen, wenn es für die Bewertung der Korrekturmaßnahmen erforderlich ist.

Futtermittel

Landwirte müssen für jedes risikobehaftete Futtermittel ein Rückstellmuster nehmen und aufbewahren. Muss der Landwirt für VLOG-zertifizierte oder nach einem VLOG-anerkannten gleichwertigen Standard ebenfalls Rückmuster nehmen und aufbewahren? (aktualisiert am 24.04.2018)

Landwirte, die risikobehaftetes Futtermittel ausschließlich VLOG-zertifiziert oder nach einem VLOG-anerkanntem gleichwertigem Standard zertifiziert beziehen sind von der Vorgabe, am Wareneingang Rückstellmuster zu nehmen, befreit.

Muss auf landwirtschaftlichen Betrieben von nicht nicht-risikobehafteten Futtermittel eine Probe genommen und analysiert werden?

Nein, nur risikobehaftete Futtermittel müssen beprobt und analysiert werden.

Können von Futtermittelunternehmen die Rückstellmuster für risikobehaftete Futtermittel direkt zusammen mit den gelieferten Futtermitteln mitgegeben werden (z.B. falls der Landwirt auf dem Hof nicht anwesend ist)? (aktualisiert am 02.11.2018)

Im VLOG-Standard V19.01 ist es nicht mehr gefordert, dass die Probebei der Anlieferung des Futters  durch Abnehmer und Lieferanten gemeinsam genommen wird. Es ist also möglich, dass der Transporteur eine Rückstellprobe hinterlegt. Jedoch trägt der Landwirt die Verantwortung für dieses Vorgehen und muss beurteilen, ob er auf die Sicherheit einer gemeinsamen Probenahme verzichen möchte.

Können Futtermittelanalysen vom zugehörigen Futtermittelhersteller angerechnet werden? (aktualisiert am 01.11.2018)

Analysenergebnisse, die von Systemteilnehmer, welche nach VLOG oder einem als gleichwertig anerkannten Standard zertifiziert sind, analysiert wurden, können von landwirtschaftlichen Unternehmen angerechnet werden. Voraussetzung ist, dass es sich um die tatsächlich verwendete Partie des gelieferten Futtermittels handelt und die Probe nach den Vorgaben des VLOG-Standards analysiert wurde.

Wie ist mit positiven Futtermittel-GVO-Analyseergebnissen umzugehen? (aktualisiert am 02.11.2018)

Der Umgang mit positiven GVO-Analyseergebnissen von Futtermitteln im Rahmen des VLOG-Standards erfolgt nach dem folgenden Verfahren.

Wie lange muss ein Landwirt Rückstellproben aufbewahren?

Der Landwirt muss immer die letzten drei Proben aufbewahren, aber mindestens die Proben der letzten beiden Monate.

Sind Gruppenorganisatoren (z.B. Molkereien) die als  auftreten, für Probenahme und Anlayse von Futtermitteln zuständig? (aktualisiert am 02.11.2018)

Es ist zwischen Probenahme und Analyse zu unterscheiden, wobei der VLOG Standard beides im Wareneingang nur für als risikobehaftet eingestufte Futtermittel (siehe Kapitel E 4.9.1.1 im VLOG-Stanard 19.01) vorschreibt.
Der Gruppenorganisator muss im Rahmen des Risikomanagements und des darin enthaltenen Analysenplans sicherstellen und nachweisen, dass die Landwirte beim Bezug von risikobehafteten Futtermittel Rückstellproben ziehen und diese entsprechend aufbewahren. Pro Auditintervall muss mindestens ein Analyseergebnis pro landwirtschaftiches Gruppenmitglied vorliegen.
Probenahme und Analysen können auch durch die Zertifizierungsstelle abdeckt werden. Im Rahmen von Korrekturmaßnahmen müssen allerdings bei Abweichungen / positiven Ergebnissen ggfs. weitere Analysen (im Auftrag des Gruppebnorganisators) durchgeführt werden.

Lebensmittel

Worauf bezieht sich die Anzahl der auf der Stufe Lebensmittel geforderten Analysen pro Auditjahr (2-12 Analysen)?    

Die Probenanzahl von 2 bis 12 Proben pro Auditjahr beziehen sich auf die verwendeten Rohstoffe (Wareneingang) der gesamten „Ohne Gentechnik“-Artikelgruppe.

Ein Verarbeitungsbetrieb der z.B. "Ohne Gentechnik" Käse produziert, wird in die Risikogruppe 2 eingestuft (12 Analysen pro Auditjahr erforderlich).  Angenommen, der Betrieb muss gemäß seines Analyseplans, der auf Basis einer Risikoanalyse erstellt wurde, nur das im "Ohne Gentechnik" Käse eingesetzte Paprikaextrakt analysieren. Muss das Paprikaextrakt 12 x analysiert, wenn keine weiteren für die Analyse relevenaten Rohstoffe eingesetzt werden?  

Das Unternehmen muss die 12 Proben risikoorientiert auf die Zutaten verteilen, die analysefähig sind. Wenn dies nur auf das Paprikaextrakt zutrifft, ist nur dieses zu analysieren
Die Probenanzahl kann nur reduziert werden, wenn im Auditzeitraum die Anzahl der bezogenen Chargen kleiner ist als die geforderte Mindestprobenzahl von 12 (z.B. 5 Chargen).