Allgemein

Welche Futtermittel werden von Landwirten als risikobehaftet eingestuft? (aufgenommen am 18.04.2018, letzte Aktualisierung am 26.09.2018)

Die Einstufung von Futtermittel als risikobehaftet oder nicht risikobehaftet wird vom Landwirt nach Kapitel E 4.9.1 vorgenommen. Futtermittel, welche weder Soja noch Mais, Zuckerrübe, Raps oder Baumwolle enthalten werden grundsätzlich nicht als risikobehaftet eingestuft

Welche Futtermittel werden von Futtermittelunternehmen als risikobehaftet eingestuft?

Für die „VLOG geprüft“-Produktion bzw. -Kennzeichnung sind Futtermittelunternehmer gemäß des „Ohne Gentechnik“ Produktions- und Prüfstandards verpflichtet, eine individuelle Risikoeinstufung der eingesetzten Rohwaren/Einzelfuttermittel (risikobehaftet / nicht risikobehaftet) durchzuführen. Folgendes Dokument kann hierbei als Bewertungshilfe herangezogen werden.

Welche Voraussetzungen müssen Futtermittelhersteller erfüllen, damit landwirtschaftliche Betriebe deren Futtermittel zur Produktion von "Ohne Gentechnik"-Lebensmitteln einsetzen können? (letzte Aktualisierung am 26.09.2018)

Die Futtermittel zum Einsatz in der „Ohne Gentechnik“-Produktion dürfen nach den Verordnungen (EG) Nr. 1829/2003 bzw. 1830/2003 nicht kennzeichnungspflichtig sein. Sie dürfen daher weder eine entsprechende Kennzeichnung tragen noch zu kennzeichnen sein, sofern sie in Verkehr gebracht würden. Alle "VLOG geprüft"- Futtermittel, welche nach VLOG-Standard zertifiziert sind, dürfen für die Produktion von "Ohne Gentechnik"-Lebensmitteln verwendet werden.

Ein Landwirt verfüttert Lebensmittel (z.B. Brot) an seine Tiere. Welche Kriterien müssen seitens des Futtermittelherstellers (z.B. Bäcker) erfüllt werden, damit weiterhin eine VLOG-Zertifizierung gewährleistet ist? (letzte Aktualisierung am 10.10.2018)

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:            
a) das Lebensmittel (in diesem Falle Brot) darf nur als Futtermittel in der VLOG-Produktion verwendet werden, wenn es nach VO (EG) 1829/2003 und VO (EG) 1830/2003 nicht kennzeichnungspflichtig ist.                      
b) Der Landwirt muss seinerseits eine Bestätigung vom Lieferanten haben, dass das Lebensmittel (z.B. Brot) nicht gemäß den genannten Verordnungen kennzeichnungspflichtig ist.

Dürfen Futtermittel die für die "Ohne Gentechnik"-Produktion verwendet werden, tierische Komponenten (Magermilchpulver, Milchpulver etc.) enthalten, die nicht die Anforderungen des EGGenTDurchfG (Mindestfütterungsfristen) erfüllen?

Für Futtermittel ist die Kennzeichnungspflicht gemäß den EU-Verordnungen Nr. 1829/2003 bzw. 1830/2003 relevant. Milch von Kühen, die mit GVO-Futtermitteln gefüttert wurden bzw. die zugehörigen Verarbeitungsprodukte, sind gemäß den genannten Verordnungen nicht kennzeichnungspflichtig. Solche tierische Produkte können somit in der "Ohne Gentechnik"-Produktion verfüttertund für die Herstellung von VLOG-zertifizierten Futtermitteln verwendet werden.

Ist die duale Nutzung von Futtermischwägen für kennzeichnungsfreie/"VLOG geprüft" Futtermittel einerseits und kennzeichnungspflichtige Futtermittel andererseits gestattet? (aufgenommen am 13.04.2018, letzte Aktualisierung am 04.09.2018)

Unter dualer Nutzung ist der Einsatz des Mischers für VLOG Futtermittel/kennzeichnungsfreie (nach EG VO 1829/2003 und 1830/2003) Futtermittel einerseits und kennzeichnungspflichtige GVO-Futtermittel andererseits zu verstehen.

Ein abwechselnder Einsatz des Futtermischwagens für GVO- und nicht-GVO Futtermittel ist nur nach einer gründlichen (feuchten) und dokumentierten Reinigung nach dem GVO Futtermittel oder einer ausreichend beschaffenen Spülcharge möglich.

Entscheidet sich ein Betrieb für den Einsatz von Spülchargen, ist er dafür verantwortlich, dass die Spülcharge – von Menge und Beschaffenheit her – ausreichend ist. Als ausreichend wird sie dann angesehen, wenn sie eine Vermischung/Verschleppung vermeidet, so dass keine Kennzeichnungspflicht des Futtermittels nach den EU Verordnungen 1829/2003 und 1830/2003 vorliegt. Auditoren können die Funktionalität der Spülcharge bei Zweifeln auch anhand von Analysen überprüfen (lassen).

Betriebe welche einen Futtermischwagen dual nutzen sind in die Risikoklasse 2 einzustufen.

Nachweis zur GVO-Freiheit, gleichwertige Zertifikate

Welche Standards können als gleichwertig zur VLOG-Zertifizierung anerkannt werden?

Vom VLOG werden Zertifizierungen nach den folgenden Standards als gleichwertig zu einer Zertifizierung nach dem VLOG „Ohne Gentechnik" Produktions- und Prüfstandard angesehen.

Können andere Standards, die hier nicht aufgeführt sind, als gleichwertig zur VLOG-Zertifizierung anerkannt werden?

Nein, ohne weitere Rücksprache mit der VLOG Geschäftsstelle können keine weiteren Standards als gleichwertig anerkannt werden. Dazu bedarf es ein gründliches Benchmarking durch die VLOG Geschäftsstelle. Bitte sprechen Sie uns bei Bedarf an.

Warenbegleitpapiere

Kann das "VLOG geprüft"-Siegel auf Lieferscheinen oder anderen Dokumenten verwendet werden?

Das "VLOG geprüft"-Siegel (oder auch "Ohne Gentechnik"-Siegel) kann auf Lieferscheinen oder unternehmensinternen Dokumenten verwendet werden, wenn das Unternehmen einen Zeichennutzungsvertrag mit dem VLOG abgeschlossen hat.

Müssen warenspezifische Etiketten, welche sich z.B. auf Futtermittelsäcken befinden, aufgehoben werden oder ist der warenbegleitende Lieferschein ausreichend?

Relevant ist das Dokument auf welchem das Futtermittel ausgewiesen wird, oft ist dies der Lieferschein. Sind die Inhaltsstoffe jedoch NICHT auf dem Lieferschein gelistet, muss der Landwirt den etikettierten Futtermittelsack UND den Lieferschein aufbewahren.

Zusatzstoffe

Dürfen in Futtermitteln Vitamine, Enzymen und Zusatzstoffe, die durch bzw. mit Hilfe von Gentechnik hergestellt wurden, zur Herstellung von "Ohne Gentechnik"-Produkten verwendet werden?

Im Tierfutter dürfen mit Hilfe der Gentechnik hergestellte Vitamine und Zusatzstoffe wie z.B. Aminosäuren verwendet werden. Das entspricht der EU-Kennzeichnungsregelung für gentechnisch veränderte Futtermittel: Als "gentechnisch verändert" müssen diese nur dann gekennzeichnet werden, wenn sie gentechnisch veränderte Pflanzen enthalten oder daraus hergestellt wurden.

Vitamine und Aminosäuren werden den Futtermitteln der Nutztiere zugesetzt, um die Nutztiere gesund und leistungsfähig zu erhalten. Gentechnisch hergestellte Vitamine und Zusatzstoffe sind nicht selbst gentechnisch verändert und dürfen daher verwendet werden.

Die Vitamine und Zusatzstoffe werden in der Fabrik oder im Labor mithilfe von gentechnisch veränderten Bakterien in geschlossenen Behältern hergestellt. Die zur Produktion eingesetzten gentechnisch veränderten Mikroorganismen dürfen nicht im Futtermittel enthalten sein.

Muss ein Lieferant von Lab eine kennzeichnungsfreie Fütterung zusichern, damit das Lab für Lebensmittel "Ohne Gentechnik" eingesetzt werden darf, die mit dem "Ohne GenTechnik"-Siegel gekennzeichnet werden sollen? (aktualisiert am 04.10.2019)

Kälberlab entspricht aufgrund der nicht anzuwendenden Mindestfütterungsfristen den Vorgaben des EGGenTDurchfG. Es kann ohne weitere Anforderungen eingesetzt werden.
Für mikrobielles Lab hingegen ist insbesondere die Herstellung „durch GVO“ relevant. Eine VLOG-Bescheinigung zur GVO-Freiheit (Anhang I) ist für den Einsatz in „Ohne Gentechnik“-Produkten ausreichend.