Allgemein

Kann ein Schlachthaus dasselbe Brühwasser für die Bearbeitung von konventionellen und „VLOG“ Tieren verwenden bzw. kann eine Molkerei dasselbe Salzbad für die Bearbeitung von konventionellen und "VLOG"/"Ohne GenTechnik" Käse verwenden? (aktualisiert am 02.11.2018)

Unter der Voraussetzung, dass das Fleisch keine  Brühwasserbestandteile des konventionellen Fleischs (z.B. Fette) bzw. der Käse keine Salzbadbestandteile des konventionellen Käses aufnimmt, können das Brühwasser bzw. das Salzbad sowohl für konventionelle als auch für "VLOG"-Produkte und Rohstoffe verwendet werden.

Muss der Hersteller der Färbemittel für gefärbte Eier auch zertifiziert sein? (aktualisiert am 02.11.2018

Bei gefärbten Eiern stellt das EGGenTDurchfG nicht nur Anforderungen an die Eier, sondern auch an das Färbemittel. Sollen gefärbte Eier mit dem "Ohne GenTechnik"-Siegel in den Verkehr gebracht werden, ist hierfür eine Erweiterung des bisherigen Lizenzvertrags zu beantragen. Anhand der Printnummern muss dokumentiert werdem, dass nur Eier eingesetzt werden, die bereits lizenziert sind. Darüber hinaus müssen Erklärungen der Lieferanten der Färbemittel vorgelegt werden, dass die Kriterien des EGGenTDurchfG eingehalten werden. Sind diese Anforderungen erfüllt, muss aus Sicht des VLOG keine Zertifizierung der Färberei erfolgen, um eine Lizenz für das "Ohne GenTechnik"-Siegel zu erhalten.

Können Lebensmittel, die aus Pflanzen gewonnen wurden, für welche es derzeit weltweit keinen GVO-Anbau gibt (z.B. Sonnenblumenöl) mit dem "Ohne GenTechnik"-Siegel ausgelobt werden oder wäre dies als "Werben mit Selbstverständlichkeit" auzusehen?

Im Verarbeitungsbereich (hier: Ölmühlen/ Raffinerien) geht es insbesondere auch um die Verunreinigungen/ Kontaminationen, welche durch ander Spezies auftreten können. Rapsöl, das teilweise aus gentechnisch veränderten Raps hergestellt wurde bzw. Kontaminationen aus gentechnisch veränderten Raps enthält, ist z.B. ein kritischer Rohstoff, der auch bei Sonnenblumenöl zu Kontaminationen führen kann.
Auf Grund der Kontaminationsgefahr, bewertet der VLOG die Auslobung derartiger Lebensmittel (z.B. Sonnenblumenöl) mit dem „Ohne GenTechnik“-Siegel nicht als „Werben mit Selbstverständlichkeit“.

Nachweis zur GVO-Freiheit, gleichwertige Zertifikate

Wie muss eine GVO-Freiheitsbescheinigung für Lebensmittelzutaten aussehen? (aktualisiert am 02.11.2018)

Anhang I des "Ohne Gentechnik" Produktions- und Prüfstandard V19.01 enthält eine GVO-Freiheitsbescheinugung. Ab 01.01.2019 sind nur noch Lieferantenbescheinigungen nach diesem Anhang für die VLOG-Zertifizierung zulässig. Bis zu diesem Datum ist auch der Einsatz inhaltlich gleichwertiger Bescheinigungen gestattet.

Wie findet die Betrachtungstiefe "bis vom letzten vermehrungsfähigen Organismus" in der Praxis Anwendung?

Die Definition der Betrachtungstiefe bis zum letzten vermehrungsfähigen Organismus (gemäß VO 834/2007) bezieht sich laut EGGenTDurchfG nur auf die Herstellung „durch GVO“, nicht aber auf die Herstellung „aus GVO“.

In der Praxis würde das z.B. bedeuten:
1. Beispiel: Dextrose die mikrobiell hergestellt wird, darf nicht durch GV-Mikroorganismus hergestellt worden sein. Das Nährmedium, in dem die Mikroorganismen heranwachsen sind, wird bei der Frage der Gentechnikfreiheit jedoch nicht mehr betrachtet.
2. Beipiel: Maltodextrin wird unter Einsatz von Enzymen hergestellt, die durch GV-Mikroorganismen synthetisiert wurden. Das Maltodextrin, welches z.B. als Trägerstoff für Aromen verwendet wird, wurde somit "durch GVO" und ist damit nicht EGGenTDurchfG- oder VLOG-Standard-konform.
3. Beispiel: Ethanol, der als Trägerstoff eines Aromas verwendet wird und aus z.B. GVO-Mais hergestellt wurde, wäre laut EGGenTDurchfG konfrom mit den Anforderungen. Nach VLOG-Standard darf das Ausgangsmaterial (hier Mais) jedoch nicht nach VO (EG) Nr. 1829/2003 und 1830/2003 kennzeichnungspflichtig gewesen sein (siehe Kapitel A 1.4 des VLOG-Standards).

Müssen tierische Zutaten gemäß VLOG-Standard zertifiziert sein oder ist eine GVO Freiheitsbescheinigung als Nachweis zur Einhaltung der Anforderung ausreichend? (aktualisiert am 02.11.2018)

Eine GVO Freiheitsbescheinigung ist als Nachweis für tierische Zuaten nicht ausreichend. Der Einsatz von Zutaten tierischen Ursprungs ist nur zulässig, wenn diese nach VLOG-Standard oder einem anderen als gleichwertig anerkannten Standard zertifiziert sind. Ein Dokument mit der Aufzählung der als gleichwertig anerkannten Standards finden Sie hier.

Kann die InfoXgen Erklärung als gleichwertig zur VLOG-Bescheinigung anerkannt werden?

In vielen Fällen wird eine InfoXgen Erklärung als Nachweis für den Einsatz in "Ohne Gentechnik"-Produkte ausreichen. In einigen Fällen gehen die Anforderungen des EGGenTDurchfG und des VLOG-Standards jedoch über die Anforderungen der Öko-Verordnung (834/2007) hinaus. So werden technisch unvermeidbare oder zufällige Spuren gentechnisch veränderten Materials gemäß EGGenTDurchfG maximal bis zur Bestimmungsgrenze von in der Regel 0,1% je Zutat toleriert. Des Weiteren gilt gemäß VLOG-Standard, dass für die Herstellung / Verarbeitung von „Ohne Gentechnik“-Produkten keine Verarbeitungshilfsstoffe oder sonstige Stoffe im Sinne des § 3 Abs. 5 EGGenTDurchfG eingesetzt werden dürfen, die oder deren Bestandteile als aus GVO bestehend, GVO enthaltend oder aus GVO hergestellt nach VO (EG) Nr. 1829/2003 oder 1830/2003 gekennzeichnet sind oder, soweit sie in den Verkehr gebracht würden, zu kennzeichnen wären

Ist für tierische Komponenten (z.B. Käse, Butter etc.) eine GVO-Erklärung der Lieferanten gemäß VO (EG) 1829/2003 und 1830/2003 als Nachweis für den Einsatz in "Ohne Gentechnik"-Produkte ausreichend?

Nein, Zutaten tierischen Ursprungs müssen gemäß VLOG-Standard oder einem anderen als gleichwertig anerkannten Standard zertifiziert sein.

Welche Standards können als gleichwertig zur VLOG-Zertifizerung anerkannt werden? (aktualisiert am 02.11.2018)

Vom VLOG wurden die folgenden Standards als gleichwertig mit dem VLOG „Ohne Gentechnik Produktions- und Prüfstandard“ anerkannt.

Können andere Standards, die nicht im Dokument aufgeführt sind, als gleichwertig zur VLOG-Zertifizierung anerkannt werden?

Nein, ohne weitere Rücksprache mit der VLOG Geschäftsstelle können keine weiteren Standards als gleichwertig anerkannt werden. Die Anerkennung bedarf eines gründlichen Benchmarkings durch die VLOG Geschäftsstelle. Bitte sprechen Sie uns bei Bedarf an.

Was passiert, wenn ein Lieferant die VLOG-Bescheinigung nicht ausfüllen will? Welche Kriterien Bedingungen müssen erfüllt sein, damit eine eigene Erklärung ausreichend ist?

Wird die Bescheinigung nicht vom Lieferanten ausgefüllt, kann diese auch vom Unternehmen selbst ausgestellt werden. Grundlage dafür können Analyseergebnisse oder eine unternehmenseigene Risikoanalyse sein (ein Dokument zur Komponentenprüfung ist in Arbeit).

Warenbegleitpapiere

Wie müssen VLOG-zertifizierte Lebensmittel und nicht VLOG-zertifizierte Lebensmittel, die aber die Anforderungen des EGGenTDurchfG erfüllen, gekennzeichnet werden?

VLOG-zertifizierte Ware ist auf allen Warenbegleitpapieren als „VLOG“-Ware zu kennzeichnen. Werden systembedingt keine Lieferscheine/Warenbegleitpapiere erstellt (z.B. Milchabholung), erfolgt eine eindeutige vertragliche Regelung über die Lieferung.

Nicht VLOG-zertifizierte Ware, die die Anforderungen des EGGenTDurchfG erfüllt, ist auf allen Warenbegleitpapieren als „Zutat geeignet für die Herstellung von „ohne Gentechnik“ gekennzeichneten Lebensmitteln“ zu kennzeichnen.

Kann das "Ohne GenTechnik"-Siegel auf Lieferscheinen oder anderen Dokumenten verwendet werden?

Das "Ohne GenTechnik"-Siegel oder "VLOG geprüft"-Siegel kann auf Lieferscheinen oder unternehmensinternen Dokumenten verwendet werden, wenn das Unternehmen einen Zeichennutzungsvertrag mit dem VLOG abgeschlossen hat.

Zutaten, Zusatzstoffe

 Dürfen in "Ohne Gentechnik"- Lebensmitteln Zusatzsstoffe oder sonstige Stoffe verwendet werden, die es nachweislich nicht mehr in GVO-freier Qualität gibt?

Für Zusatzstoffe und sonstige Stoffe die nachweislich nicht mehr in der Qualität „Ohne Gentechnik“ am Markt verfügbar sind, orientiert sich der VLOG an der Öko- Verordnung (EG) Nr. 834/2007. In der Verordnung gibt es eine Liste mit allen Stoffen die nur noch in GVO-Qualität auf dem Markt existieren. Derzeit ist diese Liste jedoch leer.

Sollte es einen bestimmten Zusatzstoff oder sonstigen Stoff nur noch aus GVOs geben, muss der Produzent eine Listung diesen Stoffes in der Ökö-Verordnung 834/2007 beantragen.

Dürfen bei "Ohne Gentechnik"-Lebensmitteln gentechnisch veränderte Mikroorganismen wie Bakterien und Hefen für die Herstellung von Vitaminen, Aromen oder Enzymen eingesetzt werden?

Die Gentechnikfreiheit bei "Ohne Gentechnik" Lebensmitteln erstreckt sich auch auf Bakterien und Hefen, die Zusatzstoffe wie Enzyme, Aromen oder Vitamine produzieren. Z.B. darf das Labenzym zur Herstellung von Käse nicht von gentechnisch veränderten Bakterien stammen.

Müssen mineralische Rohstoffe (Natriumchlorid) für den Einsatz in "Ohne Gentechnik"-Produkte zertifiziert sein?

Gemäß VLOG-Standard besteht für Hersteller von anorganischen Produkten (Natriumchlorid) keine Pflicht zur Zertifizierung.

Unternehmen die diese Zutaten jedoch in "Ohne Gentechnik"-Produkte eingesetzen wollen, benötigen von Ihrem Lieferanten eine GVO-Bescheinigung, um die Zutaten in „Ohne Gentechnik“-Produkte einsetzen zu können. Derzeit wird im VLOG-Standard u.a. auf die beigefügte GVO-Bescheinigung des VLOG verwiesen. Diese enthält alle Anforderungen des VLOG-Standards, die für die Auslobung „Ohne Gentechnik“ erfüllt sein müssen.

Müssen tierische Zutaten gemäß VLOG-Standard zertifiziert sein oder ist eine GVO Freiheitsbescheinigung als Nachweis zur Einhaltung der Anforderung ausreichend?

Eine GVO Freiheitsbescheinigung ist als Nachweis für tierische Zuaten nicht ausreichend. Der Einsatz von Zutaten tierischen Ursprungs ist nur zulässig, wenn diese nach VLOG-Standard oder einem anderen als gleichwertig anerkannten Standard zertifiziert sind. Hierzu haben wir ein Dokument mit allen als gleichwertig zum VLOG-Standard bewerteten Zertifizierungen erstellt.

Welche Anforderungen werden an Naturlab gestellt?

Naturlab kann zur Herstellung von Lebensmitteln ohne Gentechnik eingesetzt werden, wenn die Tiere, von denen das Lab stammt, nicht genetisch verändert waren. Womit die Tiere gefüttert wurden ist unerheblich. Die Anforderungen an die Fütterung der Tiere gelten nur bei Zutaten (§ 3 a Abs. 4 EGGenTDurchfG).
Lab gilt lebensmittelrechtlich nicht als Zutat, weil es als oder wie ein Verarbeitungshilfsstoff verwendet wird. Dafür gilt aber das Verbot der Verwendung von durch GVO hergestellten Stoffen (§ 3 a Abs. 5 EGGenTDurchfG). Ein Stoff ist durch GVO hergestellt, wenn der letzte lebende Organismus im Herstellungsprozess – bei Lab also das Kalb – genetisch verändert war