VLOG-Newsletter .:. Ausgabe 01/20 Januar

Liebe Leserinnen und Leser,

die Gentechnik wird es richten. Sie wird das Klima schützen, die Landwirtschaft nachhaltiger machen und alle Menschen ernähren. Mit unerschütterlicher Überzeugung singt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner das Hohe Lied der Neuen Gentechnik. In den letzten Wochen hatte sie dazu gleich zweimal Gelegenheit.

Vor Weihnachten stellte die Ministerin ihre Ackerbaustrategie vor und schrieb darin nieder, was sie sich für 2035 wünscht: „Der Einsatz neuer molekularbiologischer Züchtungstechniken ermöglicht uns eine schnelle Anpassung unserer Nutzpflanzen im Hinblick auf eine bessere Wassernutzung, auf Trockenstress­ und Hitzetoleranz.“ Damit dieser Wunsch Wirklichkeit wird, gibt sie den Weg dahin vor: „Das haben wir 2035 erreicht, weil wir die europäischen Vorgaben so angepasst haben, dass beispielsweise der Einsatz von CRISPR/Cas­Methoden rechtssicher in Europa erfolgen kann.“

Im neuen Jahr folgte die Präsentation der nationalen Bioökonomiestrategie. Darin ist die Rede von „technologieoffener Züchtungsforschung“ oder von „modernen molekularbiologischen Ansätzen“. Was den Rechtsrahmen angeht, soll in einem Austausch mit verschiedensten Akteuren „analysiert werden, ob die Markteinführung innovativer biobasierter Lösungen durch regulatorische Einschränkungen gehemmt ist“. Dass die Ministerin nicht deutlicher wurde, liegt daran, dass diese Strategie vom ganzen Kabinett beschlossen wurde. Die Wochenzeitung Zeit berichtete von „zähen Verhandlungen mit anderen Ressorts“. Sprich: Da hat die SPD gebremst.

Dabei hat sie, was die Skepsis gegenüber gentechnischen Heilsversprechen angeht, eine neue Studie an ihrer Seite. US-Wissenschaftler konnten nachweisen, dass beim Einsatz der Gen-Schere Crispr/Cas an der Stelle des Eingriffs neben den geplanten Veränderungen auch zahlreiche unerwünschte Veränderungen auftreten. Es seien weitaus mehr als bisher gedacht, sagten die Forscher.

Nicht nur in der Bundesregierung, auch auf EU-Ebene wird um die künftige Gentechnikpolitik gerungen. In dem vor Weihnachten vorgestellten Green Deal der EU-Kommision sollten die neuen gentechnischen Verfahren ursprünglich eine prominente Rolle spielen. Doch die neue Kommission hat den Entwurf entschärft. Wir werten das als Zeichen, dass Kommissionspräsidentin von der Leyen den Pro-Gentechnik-Kurs ihrer Vorgänger nicht einfach übernimmt, sondern sich bewusst ist, dass die Mitgliedstaaten beim Thema Gentechnikrecht sehr unterschiedliche Positionen vertreten.

Ein Lichtblick in den dunklen Tagen war eine Stellungnahme der Eidgenössischen Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich (EKAH). Die Schweizer Ethikexperten waren der Frage nachgegangen, ob das Vorsorgeprinzip Innovation verhindert, wie dies oft behauptet wird. Die Antwort des Berichts ist eindeutig: Nein. Im Gegenteil: Das Vorsorgeprinzip kann, richtig angewandt, innovationsfördernd sein. Das Fazit der Ethiker: Die Verfahren der neuen Gentechnik und der entsprechenden Produkte sind „aus ethischer Sicht an ein relativ anforderungsreiches Verfahren gebunden, das auch dann nicht zur Disposition steht, wenn es länger dauern sollte, bis sie auf den Markt kommen.“ Das gelte auch dann, wenn die neuen Verfahren nötig erscheinen, „um die anstehenden globalen Herausforderungen meistern zu können.“

Wir werden uns in diesem Jahr weiter dafür stark machen, dass diese ethischen Überlegungen sich auf der politischen Ebene durchsetzen und Vorsorgeprinzip, Wahlfreiheit und Transparenz im EU-Gentechnikrecht nicht angetastet werden.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und nachträglich noch alle Gute für das Jahr 2020

Ihr VLOG-Team

       
   

Verband

 
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Neuer VLOG-Standard ab 01.01.2020 verpflichtend

Der am 01.09.2019 veröffentliche VLOG-Standard 20.01 ist ab dem 01.01.2020 verpflichtend anzuwenden. Der Standard kann in deutscher und in englischer Version heruntergeladen werden.
Im Rahmen der Veröffentlichung des neuen Standards wurden die begleitenden Dokumente auf der VLOG-Homepage (Bereich „Weitere Dokumente/Merkblätter“) entsprechend der neuen Version angepasst.

 
       
 

Annahme veralteter Stammdatenblatt-Versionen nur noch bis 31.03.2020.

Am 01.09.2019 wurde die aktuellste Version des Standardnutzervertrages inklusive Stammdatenblatt veröffentlicht. Bitte beachten Sie, dass ältere Versionen insbesondere des Stammdatenblattes nur noch bis zum 31. März angenommen werden. Nach diesem Datum werden die Betriebe bei Einsendung einer veralteten Stammdatenblatt-Version um Nachreichung der aktuellen Dokumente gebeten. Dies kann die Bearbeitung des Standardnutzervertrages dementsprechend verzögern.

 
       
 

Neuer Leitfaden für Verschleppungstest bei Mahl- und Mischanlagen ab 24.01.

Nach Kapitel C 6.2. des VLOG-Standards 20.01 ist ein Verschleppungstest für Mahl- und Mischanlagen vorgeschrieben. Ein Leitfaden zu korrekten Durchführung des Tests wird ab dem 24.01. im Download-Bereich im Untermenü „Weitere Dokumente/Merkblätter“ zur Verfügung stehen.

 
       
 

FAQs ab sofort auch als PDF abrufbar

Die FAQs sind auf unserer Homepage ab sofort als PDF abrufbar und können somit auch ausgedruckt werden. Spezifische Begriffe können zudem über die Suchfunktion des Dokuments leichter gefunden werden.

 
       
       
   

Nachrichten

 
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Bundestag: Keine Mehrheit fürs Vorsorgeprinzip

20.01.2020 - Der Bundestag hat am Freitag einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt. Diese wollten die Bundesregierung dazu verpflichten, einer Lockerung der EU-Gentechnikregelungen zugunsten neuer gentechnischer Verfahren nicht zuzustimmen. Die Regierungsfraktionen lehnten den Antrag ebenso ab wie die FDP; die Linke stimmte mit den Grünen. mehr...

 
       
 

Das Vorsorgeprinzip kann Innovationen fördern

10.01.2020 - In der Diskussion um die Regulierung der neuen Gentechnik behaupten interessierte Kreise immer wieder, das Vorsorgeprinzip würde Innovationen behindern. Die EKAH hat diese Argumentation unter die Lupe genommen. Sie kam dabei zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Behauptung ist falsch. Das Vorsorgeprinzip könne sogar, richtig angewandt, innovationsfördernd sein. mehr...

 
       
 

Gen-Schere Crispr/Cas erzeugt zahlreiche unerwünschte Veränderungen

08.01.2020 - Die Gen-Schere Crispr/Cas schneidet in den DNA-Strang des Erbguts und verändert dadurch die DNA. Doch an der Stelle des Eingriffs treten auch zahlreiche unerwünschte Veränderungen auf. Das konnten US-Wissenschaftler mit einem neu entwickelten Screening-Test nachweisen. mehr...

 
       
 

Ackerbaustrategie: Klöckner setzt auf Neue Gentechnik

23.12.2019 - Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat ihre Ackerbaustrategie vorgelegt. Darin setzt sie große Hoffnungen auf neue gentechnische Verfahren. mehr...

 
       
 

EU-Kommission klammert bei Green Deal die Neue Gentechnik aus

18.12.2019 - Der European Green Deal, den die EU-Kommission letzte Woche vorstellte, enthält auch ein Kapitel zur Landwirtschaft. Darin sollten die neuen gentechnischen Verfahren ursprünglich eine prominente Rolle spielen. Doch die neue Kommission hat den Entwurf entschärft. mehr...

 
       
 

Neue "Ohne GenTechnik" Siegelnutzer

 

MONA Naturprodukte GmbH

 

Neue "VLOG geprüft" Siegelnutzer

 

VERNUS Sp. z o.o.

Lagerhaus Gillitz GmbH & Co. KG

 

Termine

 

SAVE THE DATE: 12.05.2020
ProTerra 5th International Non-GMO Soy Conference
Rotterdam

 

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Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Berlin Charlottenburg unter der VR-Nummer 29801 B eingetragen.


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