VLOG-Newsletter 04/20 .:. Ausgabe Juni

Liebe Leserinnen und Leser,

für mehr als drei von vier der Befragten zum neuen Ernährungsreport 2020 des deutschen Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist der Hinweis „Ohne Gentechnik“ auf Lebensmittelverpackungen wichtig oder sogar sehr wichtig. Erfreulicherweise hat jetzt auch die Schweiz nach jahrelangem Tauziehen eine solche Kennzeichnungsmöglichkeit geschaffen.

Lebensmittelhändler kennen solche Verbraucherwünsche aus erster Hand. Deshalb hat es besonderes Gewicht, wenn sich der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) an die EU-Kommission und das Bundesernährungsministerium wendet und bei der Neuen Gentechnik „höchstmögliche Transparenz für die Verbraucher“ fordert. Deshalb müssen deren Produkte aus Sicht der Händler nach dem EU-Gentechnikrecht geprüft und zugelassen werden. „Die nach diesem Verfahren vorgeschriebene Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit sichert dem Verbraucher Wahlmöglichkeit und eine eigenverantwortliche Kaufentscheidung“, argumentierten die Handelsunternehmen gegenüber der Kommission und forderten sie auf, mit hoher Priorität Nachweisverfahren zu entwickeln und bereitzustellen.

Dass es eilt, zeigen die aktuellen Entwicklungen in den USA. Das dortige Landwirtschaftsministerium hat seine Zulassungsregeln für gentechnisch veränderte Pflanzen derart aufgeweicht, dass ein Großteil der Pflanzen, ob mit alter oder neuer Gentechnik hergestellt, künftig ohne Information an die Behörde angebaut und vermarktet werden kann. Damit wächst die Gefahr, dass diese Organismen als Verunreinigungen mit US-Exporten in die EU gelangen.

Die EU-Kommission, so scheint es, schließt vor diesem Problem die Augen. Sie verhandelt mit den USA über ein Handelsabkommen und will dabei Medienberichten zufolge zugestehen, die Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen zu beschleunigen. Offen ist weiterhin, ob die Kommission das Gentechnikrecht ändern und Produkte der Neuen Gentechnik davon ausnehmen will. In ihrer „Farm to Fork“-Strategie hält sie sich diese Option offen und verweist auf eine Studie, die sie bis April 2021 vorlegen will. Zu dieser Studie gehört auch eine Befragung von Mitgliedsstaaten und Stakeholder-Organisationen. Der VLOG hat sich zusammen mit der österreichischen ARGE Gentechnik-frei daran beteiligt und die Bedeutung einer zuverlässigen Regulierung auch neuer Gentechnik für den boomenden europäischen „Ohne Gentechnik“-Sektor deutlich gemacht.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.
Bleiben Sie gesund!

Ihr VLOG-Team

       
   

Nachrichten

 
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„Ohne GVO“-Kennzeichnung jetzt auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz gibt es jetzt eine Kennzeichnungsmöglichkeit für Lebensmittel tierischer Herkunft, wenn für die Fütterung der Tiere keine gentechnisch veränderte Futterpflanzen oder daraus gewonnenen Erzeugnisse eingesetzt wurden, ähnlich wie bereits in mehreren EU-Staaten. Ab 1. Juli 2020 dürfen solche Produkte in der Schweiz mit dem Hinweis „Ohne GVO“ versehen werden. mehr...

 
       
 

Lebensmittelhandel für Regulierung und Kennzeichnung neuer Gentechnik

Der Bundesverband des deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) hat sich zu Regulierung, Risikoprüfung und Kennzeichnung von Lebensmitteln bekannt, die mit neuer Gentechnik hergestellt wurden, und damit im Interesse seiner Kunden ein deutliches Signal an die Politik gesetzt. In seiner kürzlich veröffentlichten Position zu neuer Gentechnik spricht der Verband sich für „höchstmögliche Transparenz für den Verbraucher“ aus und stellt sich hinter das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Juli 2018, wonach auch neue Gentechnik wie CRISPR Gentechnik ist und genauso reguliert, geprüft und gekennzeichnet werden muss. mehr...

 
       
 

„Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung wichtig für große Mehrheit

Laut dem neuen Ernährungsreport 2020 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist eine freiwillige „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung wichtig oder sogar sehr wichtig für 78 Prozent der Befragten.

 
       
 

Weitgehende Gentechnik-Deregulierung in den USA

Die USA haben ihre Regeln für die Zulassung von Gentechnik-Pflanzen überarbeitet. Das bedeutet eine Deregulierung für Organismen, die mit Hilfe Neuer Gentechnik hergestellt wurden. Aber auch für die „alten“ gentechnischen Verfahren gibt es Vereinfachungen. Experten gehen davon aus, dass die Mehrheit der gentechnisch veränderten Pflanzen künftig jeglicher staatlichen Kontrolle entzogen sein wird. mehr...

 
       
 

„Farm to Fork“-Strategie der EU: Gentechnik ist nicht nachhaltig

In der neuen „Farm to Fork“-Strategie der EU-Kommission wird eine mögliche Rolle „neuer innovativer Techniken“ wie Biotechnologie zur Stärkung der Nachhaltigkeit und Reduktion von Pestiziden angesprochen und eine laufende Studie der Kommission erwähnt, die angeblich das Potenzial „neuer genomischer Techniken“ zur Verbesserung der Nachhaltigkeit bei der Lebensmittelversorgung untersuchen soll. Doch Gentechnik ist nicht nachhaltig, im Gegenteil. mehr...

 
       
 

Beschleunigte Gentechnik-Zulassungen durch neues EU-USA-Handelsabkommen?

Seit gut einem Jahr verhandelt die EU-Kommission Abkommen hinter verschlossenen Türen mit den USA über ein neues Handelsabkommen („TTIP 2.0“). 75 europäische Verbände haben dazu jetzt an EU-Handelskommissar Phil Hogan geschrieben. Sie fürchten, dass die EU den USA Zugeständnisse bei den Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen machen wird. Die Verbände forderten die Kommission auf, stattdessen die Sicherheitsbewertung von GVO zu verbessern und das Urteil des Europäischen Gerichtshofs über den Geltungsbereich des Gentechnikrechts umzusetzen.  mehr...

 
       
 

Agrar-Produktionsweisen: Knackpunkt ist die Koexistenz

Eigentlich ist ein Nebeneinander der verschiedenen landwirtschaftlichen Produktionsweisen vorgesehen: Bauern sollten frei wählen können, ob sie konventionell, mit gentechnisch veränderten Organismen oder biologisch wirtschaften wollen. Verbraucher sollten frei wählen können, welche dieser Produkte sie kaufen oder nicht kaufen wollen. Doch es fehlt schon lange eine sinnvolle Diskussion, wie diese Koexistenz tatsächlich funktionieren kann. Das wurde bei einer Gesprächsrunde im Rahmen der Reihe ‚A Bigger Conversation’ der Organisation Beyond GM deutlich. mehr...

 

 

 
       
 

Neue "Ohne GenTechnik" Siegelnutzer

 

Kramer GmbH Schwarzwälder Wurstspezialitäten

Martin Bauhofer Käserei GmbH

Molkerei MEGGLE Wasserburg GmbH & Co. KG

 

Impressum

 

Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.
Friedrichstraße 153a
10117 Berlin
Tel: +49 30 2359 945 00
Fax: +49 30 2359 945 01
www.ohnegentechnik.org
info@ohnegentechnik.org

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Berlin Charlottenburg unter der VR-Nummer 29801 B eingetragen.


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