Hauptanwendungsfelder für Gentechnik in der Lebensmittelwirtschaft

Gentechnisch veränderte Pflanzen oder Teile davon landen direkt in Lebensmitteln (z.B. Sojalezithin im Schokoriegel, Maisstärke im Gebäck oder Rapsöl in der Margarine)

Gentechnisch veränderte Bakterien produzieren Stoffe, die in Lebensmitteln oder Futtermitteln eingesetzt werden (z.B. Enzyme, Aromen oder Vitamine)

Gentechnisch veränderte Pflanzen werden an Tiere verfüttert, die Milch oder Eier produzieren oder zu Fleischprodukten verarbeitet werden.

Bei Punkt (1) und (3) handelt es sich um die sogenannte Agrogentechnik oder "grüne Gentechnik". Diese umfasst den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen und deren Züchtung. In der Praxis bedeutet dies den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in der freien Natur. Die Ausbreitung über Bestäubung und Ernte- und Transportverluste sind nicht kontrollierbar.

Im Fall (2) spricht man von der sogenannten "weißen Gentechnik". Sie bezieht sich auf die Veränderung des Erbguts von Mikroorganismen, insbesondere von Bakterien und Hefen. Diese produzieren Stoffe wie Enzyme, Aromen und Vitamine, die den Produkten zugesetzt werden. Die Bakterien selbst gelangen in der Regel nicht in die Lebensmittel. Mikrobiologen züchten die gewünschten Stoffe in großen geschlossenen Behältern. Ihre Entwicklung und ihr Einsatz sind deshalb kontrollierbar.

Bei Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace, dem BUND oder NABU steht der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen im Fokus. Denn anders als bei den gentechnisch veränderten Bakterien besteht hier das Risiko der unkontrollierten Ausbreitung.

AKTUELLES

Bundestag: Keine Mehrheit fürs Vorsorgeprinzip

Der Bundestag hat am Freitag einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt. Diese wollten die Bundesregierung dazu verpflichten, einer Lockerung der EU-Gentechnikregelungen zugunsten neuer gentechnischer Verfahren nicht zuzustimmen. Die Regierungsfraktionen lehnten den Antrag ebenso ab wie die FDP; die Linke stimmte mit den Grünen.

Das Vorsorgeprinzip kann Innovationen fördern

In der Diskussion um die Regulierung der neuen Gentechnik behaupten interessierte Kreise immer wieder, das Vorsorgeprinzip würde Innovationen behindern. Die EKAH hat diese Argumentation unter die Lupe genommen. Sie kam dabei zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Behauptung ist falsch. Das Vorsorgeprinzip könne richtig angewandt sogar innovationsfördernd sein.

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Die Mona Naturprodukte GmbH ist neue Siegelnutzerin und kann Soja- und Soja-Haferdrinks mit dem "Ohne GenTechnik" Siegel kennzeichnen.

Gen-Schere Crispr/Cas erzeugt zahlreiche unerwünschte Veränderungen

Die Gen-Schere Crispr/Cas schneidet in den DNA-Strang des Erbguts und verändert dadurch die DNA. Doch an der Stelle des Eingriffs treten auch zahlreiche unerwünschte Veränderungen auf. Das konnten US-Wissenschaftler mit einem Screening-Test nachweisen.

Ackerbaustrategie: Klöckner setzt auf Neue Gentechnik

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat ihre Ackerbaustrategie vorgelegt. Darin setzt sie große Hoffnungen auf neue gentechnische Verfahren.

EU-Kommission klammert bei ihrem Green Deal die Neue Gentechnik aus

Der European Green Deal, den die EU-Kommission letzte Woche vorstellte, enthält auch ein Kapitel zur Landwirtschaft. Darin sollten die neuen gentechnischen Verfahren ursprünglich eine prominente Rolle spielen. Doch die neue Kommission hat den Entwurf entschärft.

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