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Deregulierung bedroht "Ohne Gentechnik"

­­­­Der "Ohne Gentechnik"-Sektor in Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Marketing boomt in vielen Ländern Europas. Mit neuen gentechnischen Ver­fahren erzeugte Produkte stellen eine massive ökonomische Bedrohung für ihn dar. Der "Ohne Gen­technik"-Wirtschaftssektor spricht sich im Einklang mit dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) dafür aus, alle mit neuen gentechnischen Verfahren erzeugten Produkte als Gentechnik zu regulieren. Das haben der VLOG und die österreichische ARGE Gentechnik-frei bei der Stakeholder-Befragung der EU-Kommission im Frühjahr 2020 deutlich gemacht. Eine Zusammenfassung unserer Antworten ist in diesem Dokument nachzulesen.

Nachweisverfahren für "Gene Editing"

Gentechnik ist und bleibt Gentechnik. Für Pflanzen, die mit neueren Gentechnik-Verfahren wie Gene-Editing (u.a. CRISPR, TALEN, ODM) hergestellt wurden, gelten in der EU dieselben gesetzlichen Regeln wie für alle anderen Gentechnik-Pflanzen. Das hat der Europäische Gerichtshof 2018 klargestellt. Deshalb sind Nachweisverfahren für "Gene Editing"-Pflanzen dringend erforderlich. Der VLOG hat gemeinsam mit anderen Verbänden ein solches Verfahren entwickeln lassen und setzt sich dafür ein, dass es in den staatlichen GVO-Kontrollen eingesetzt wird.

 

Neue Siegelnutzer & Mitglieder

  • Ölmühle Hartmann GbR
  • Imkerei Finkenstädt
  • albfood AG
  • Interquell Cereals GmbH
  • Anzenberger Fleischhandel GmbH

 

»Die "Ohne GenTechnik"-Kennzeichnung war eines der wich­tigen Vorhaben in meiner Zeit als Bundes­land­wirt­schafts­ministerin. Deshalb freue ich mich über diese Erfolgs­geschichte, von der so viele Landwirte und Verarbeiter profitieren. Wer bewusst einkaufen will, braucht verlässliche Informationen. Das gilt auch angesichts neuer gen­tech­nischer Verfahren und der damit hergestellten Produkte.«

Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, 2018

»Verbraucherinnen und Verbraucher wollen wissen, was in ihren Lebensmitteln steckt und wie sie hergestellt werden. Die allermeisten wollen keine Gentechnik auf Acker und Teller. Das "Ohne GenTechnik"-Siegel schafft die nötige Transparenz für eine souveräne Entscheidung am Einkaufsregal.«

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), 2020

»Ich kämpfe dafür, dass wir dieses Siegel eines Tages nicht mehr brauchen – weil dann alles ohne Gentechnik ist. Der VLOG und sein weit verbreitetes Siegel helfen dabei, das öffentliche Bewusstsein für dieses Ziel zu schaffen und zu stärken.«

Sarah Wiener, Köchin, Unternehmerin, Autorin und EU-Abgeordnete, 2020

»Das "Ohne GenTechnik"-Siegel ermöglicht internationalen Umweltschutz direkt beim Einkauf: am Logo erkennen die Verbraucher*innen bei Milch, Eiern und Fleisch, dass im Futtertrog der Tiere keine gentechnisch veränderten Pflanzen z.B. aus Südamerika gelandet sind. Damit das Siegel weiter die Wahlfreiheit garantieren kann, muss natürlich auch CRISPR-Gentechnik reguliert und gekennzeichnet bleiben.«

Prof. Dr. Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), 2020

»Die REWE-Group ist seit 2012 VLOG-Mitglied. Uns ist es wichtig, dass unsere Produkte klar gekennzeichnet sind und unsere Kundinnen und Kunden so eine bewusste Auswahl treffen können. Außerdem haben wir die Gentechnikfreiheit von Soja-Futter als Anforderung für unsere Eigenmarken­produkte festgelegt. Für den Nachweis ist der VLOG-Standard für uns maßgeblich.«

Dr. Daniela Büchel, Bereichsvorstand REWE Group, 2020

»Der VLOG-Standard bildet für uns einen praxistauglichen Rahmen für die Gewährleistung der Futtermittelproduktion ohne Gentechnik. In der VLOG-Fachgruppe bringe ich unsere Erfahrungen in der "Ohne Gentechnik"-Produktion von Mischfuttern ein und arbeite aktiv an der Weiterentwicklung des VLOG-Standards mit.«

Artur Bisenius, Geschäftsleitung beweka Kraftfutterwerk, Heilbronn, 2020