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VLOG-Umfrage: Bundestagsfraktionen zur Zukunft von „Ohne Gentechnik“
Für den „Ohne Gentechnik“-Sektor stehen in der neuen Legislaturperiode richtungsweisende politische Entscheidungen an. Alle im Bundestag vertretenen Parteien haben sich in ihren Wahlprogrammen zum Thema geäußert. Der VLOG wollte es noch genauer wissen und hat deshalb den für das Thema fachlich zuständigen Vize-Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen außer der AfD sieben konkrete Fragen dazu gestellt.
Behörde informierte offenbar amerikanischen Gentechnik-Hersteller über VLOG-„Kampagne“
Das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), das unter anderem für Gentechnik-Kontrollen in Lebens- und Futtermitteln zuständig ist, hat laut einem SPIEGEL-Bericht die US-Gentechnik-Saatgut-Firma Cibus im April über eine vermeintliche „neue Kampagne“ des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) informiert.
Bundestagswahl: Fast zwei Drittel gegen Lockerungen der Gentechnik-Regeln
Fast zwei Drittel der deutschen Wählerinnen und Wähler (65 Prozent) sind gegen Lockerungen der Regeln für Zulassung und Kennzeichnung von Pflanzen aus neuen Gentechnik-Verfahren wie CRISPR. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des VLOG. Für 43 Prozent der Befragten spielt das Thema Gentechnik auf Acker und Teller bei der Bundestagswahl 2021 eine wichtige Rolle, für 22 Prozent sogar eine „sehr wichtige“.
„Ohne Gentechnik“-Dachverband ENGA wächst
Der neue europäische Dachverband des europäischen „Ohne Gentechnik“-Sektors ENGA (European Non-GMO Industry Association) hat seit seiner Gründung bereits sieben neue Mitglieder gewonnen. Weitere Unternehmen und Verbände, denen Transparenz und Wahlfreiheit in Sachen Gentechnikfreiheit am Herzen liegt und die direkt in Brüssel Einfluss nehmen wollen, wo die entscheidenden Weichen der Gentechnikpolitik gestellt werden, sind willkommen!
Umstellung: „Ohne GenTechnik“ wird Gewährleistungsmarke
Das „Ohne GenTechnik“-Siegel wird auf die neue Markenkategorie „Gewährleistungsmarke“ für unabhängige Standardgeber umgestellt. Alle „Ohne GenTechnik“-Lizenznehmer sind aufgefordert, dazu einmalig einen neuen Lizenzvertrag abschließen, und wurden bereits direkt informiert.
BVLH fordert Regulierung und Nachweisverfahren für neue Gentechnik
Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) hat sich jetzt gleich zweimal in Sachen neuer Gentechnik zu Wort gemeldet: Von der künftigen Bundesregierung fordert er, sich mit Nachdruck um Nachweisverfahren zu kümmern. Mit Blick auf den kürzlich vorgestellten Bericht der EU-Kommission spricht er sich deutlich gegen eine Deregulierung aus.
3:3 bei Gentechnik in Bundestags-Wahlprogrammen
Gentechnik ist – meist namentlich benannt, einmal auch leicht verschleiert – Thema in allen Wahlprogrammen der im Bundestag vertretenen Parteien. Drei sprechen sich gegen Gentechnik auf Acker und Teller und für Regulierung auch neuer Verfahren wie CRISPR aus, drei sind mehr oder weniger deutlich für Einsatz und Deregulierung.
Aldi-Initiative: Mehr Tierwohl heißt auch weniger Gentechnik
Aldi hat angekündigt, bis 2030 nur noch Frischfleisch der Haltungsformen 3 und 4 anzubieten. Das bedeutet neben besserer Haltung, mehr Platz und Auslauf auch mehr „Ohne Gentechnik“. Denn ab Haltungsform 3 darf nur gentechnikfrei gefüttert werden. REWE und Edeka haben angekündigt, dem Aldi-Beispiel zu folgen.
Zukunftskommission für Regulierung neuer Gentechnik
Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) hebt die große Bedeutung der gentechnikfreien Produktion in Deutschland und der Wahlfreiheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern hervor und fordert, die Regulierung auch von neuen gentechnischen Verfahren wie CRISPR inklusive Risikoprüfung und Zulassung unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips sicherzustellen.
Grüne für Regulierung und Kennzeichnung neuer Gentechnik
Die Grünen haben sich in ihrem jetzt beim Bundesparteitag beschlossenen Wahlprogramm klar zur Regulierung und Kennzeichnung alter und neuer Gentechnik bekannt. Gentechnikfreie Produktion und Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher sollen geschützt werden.
Europas Lebensmittelhandel fordert klare Regulierung der Neuen Gentechnik
Die „Retailers‘ Resolution against Deregulating New GMOs“ fordert Schutz für „Ohne Gentechnik“ und Bio durch die kontinuierliche Anwendung der aktuell gültigen EU-Gentechnikgesetzgebung. Alle gentechnisch veränderten Organismen (GVO) auf Tellern und Äckern sollen in der EU streng reguliert bleiben, Vorsorgeprinzip und Kennzeichnung dürfen nicht unterlaufen werden, fordern die Unternehmen.
Grün-Schwarz: Baden-Württemberg bleibt gentechnikfrei
Grüne und CDU in Baden-Württemberg haben sich in ihrem neuen Koalitionsvertrag zur Gentechnikfreiheit bekannt. Gentechnik-Pflanzen werden im Südwesten auch künftig nicht angebaut. Für neue Gentechnik sollen dieselben Regeln gelten wie für „alte“.
Neue Gentechnik: EU-Kommission muss deutlich nachbessern
Die EU-Kommission räumt in ihrer Veröffentlichung zum künftigen Umgang mit neuen Gentechnik-Verfahren den Positionen der Gentechnik-Befürworter breiten Raum ein, will aber an Sicherheit für Verbraucher und Umwelt als Leitprinzipien festhalten. Sicherheit, Schutz von "Ohne Gentechnik"- und Bio-Wirtschaft sowie Gentechnik-Kennzeichnung werden zwar explizit erwähnt, kommen aber in den Schlussfolgerungen viel zu kurz.
94 Verbände fordern strikte Gentechnik-Regulierung
Ein breites Bündnis aus 94 Organisationen aus Umwelt-, Tier- und Naturschutz, Entwicklungspolitik, Kirchen, Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Züchtung, Lebensmittelwirtschaft hat die Bundesregierung in einem gemeinsamen Positionspapier aufgefordert, alle derzeitigen und künftigen Gentechnik-Methoden und deren Produkte weiterhin als Gentechnik zu regulieren und zu kennzeichnen.
„Ohne Gentechnik“ wächst – Transparenz erhalten!
Rund 12,6 Milliarden Euro wurden 2020 in Deutschland für „Ohne Gentechnik“-Produkte ausgegeben, 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Marktanteil bei Lebensmitteln beträgt rund 5,4 Prozent. Um diesen Erfolg langfristig zu sichern, muss auch neue Gentechnik als Gentechnik reguliert bleiben. Nach Veröffentlichung der EU-Studie kommende Woche dürfte die Debatte an Fahrt aufnehmen.
Nicht zugelassene Gentechnik-Stärke könnte unerkannt nach Europa gelangen
Das Unternehmen Corteva hat mit neuen gentechnischen Verfahren einen Mais mit veränderter Stärkezusammensetzung entwickelt. Die daraus hergestellte Stärke könnte auch nach Europa verkauft werden – als gentechnikfreies Produkt.