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Geplanter CRISPR-Weizen: Gentechnik muss erkennbar bleiben
Ein Bündnis von Pflanzenzuchtunternehmen hat die Entwicklung einer Weizenlinie mit CRISPR-Gentechnik angekündigt, die weniger empfindlich gegen Pilzbefall sein soll. Risikoprüfung und Kennzeichnung als Gentechnik sollten dafür selbstverständlich sein. Gentechnik muss erkennbar bleiben.
Weltweit erstes Open-Source-Nachweisverfahren für Pflanze aus neuer Gentechnik entwickelt
Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG) hat gemeinsam mit Greenpeace und weiteren Organisationen, Gentechnikfrei-Verbänden sowie der Handelskette SPAR Österreich die weltweit erste Open-Source-Nachweismethode veröffentlicht für eine Pflanze, deren Erbgut mit einem Verfahren der „neuen“ Gentechnik verändert wurde.
Gentechnik: Mehrheit will Anbauverbot, Kennzeichnung und Risikoprüfung
Die neue Naturbewusstseinsstudie der Bunderegierung zeigt: Große Mehrheiten wollen Anbauverbot, Kennzeichnung und Risikoprüfung – auch für „neue“ Gentechnik. Um diese gewünschte Gentechnikfreiheit weiterhin zuverlässig sicherzustellen, müssen EU-Kommission und Bundesregierung sich dringend um Nachweisverfahren für Produkte neuer Gentechnik kümmern, damit die nicht unerkannt in der Lebensmittelkette landen.
Copy & fail: Crispr-Gentechnik macht Stier zum Bullen
US-Forscher haben per Crispr-Gentechnik gezielt ein männliches Kalb erzeugt – das allerdings ohnehin männlichen Geschlechts gewesen wäre. Und es gab unerwartete Nebenwirkungen. Die Wissenschafter der Universität von Kalifornien in Davies, hatten im Erbgut des Kalbs die Kopie eines Gens eingebaut. Es sollte dazu führen, dass das Kalb künftig vor allem männliche Nachkommen zeugt. Denn Bullen setzen mehr Fleisch an als Kühe, verwerten das Futter besser und bringen deshalb Rindermästern mehr Geld.
Brexit: Deregulierte Gentechnik in UK?
Die britische Regierung will den Brexit nutzen, um Gentechnik unabhängig von der EU zu deregulieren. Ein erster Vorstoß dazu ist zwar zunächst am Widerstand von Gesellschaft und gentechnikkritischen Organisationen gescheitert, doch Regierung und Oberhaus halten an ihren Plänen fest.
Neue Gentechnik nachweisen: Bundesregierung stark verspätet
Das deutsche Agrarministerium hat eine Studie zur Machbarkeit von Nachweisverfahren für „neue“ Gentechnik (NGT) ausgeschrieben – zwei Jahre, nachdem der Europäische Gerichtshof klargestellt hat, dass dafür dieselben Regeln gelten wie für „alte“ Gentechnik. Ergebnisse sollen erst 2022 vorliegen. Selbst dann wird es aber noch längst kein Nachweisverfahren für die bisher einzig relevante NGT-Pflanze geben.
Zwei Jahre EuGH-Urteil: Mehr Verbraucherschutz statt mehr Gentechnik!
Am 25. Juli 2020 jährt sich das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu neuen gentechnischen Verfahren zum zweiten Mal. 2018 stellten Europas oberste Richter klar: Auch neue Gentechnik ist Gentechnik und unterliegt denselben Regeln zu Risikoprüfung, Zulassungsverfahren und Kennzeichnungspflicht. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner sollte jetzt die deutsche EU-Ratspräsidentschaft für die konsequente Umsetzung des Urteils nutzen: für mehr Verbraucherschutz statt mehr Gentechnik.
Klöckner will "mehr Gentechnik wagen"
In einem Gastbeitrag im Tagesspiegel fordert Agrarministerin Julia Klöckner eine teilweise Deregulierung für Gentechnik-Pflanzen. „Für Verbraucher gibt es keine zwei Arten von Gentechnik“, kommentiert VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting, „die Menschen wollen wissen, was in ihrem Essen drin ist. Wird Gentechnik in Lebensmitteln durch fehlende Kennzeichnung verschleiert, zerstört das Vertrauen in Handel, Lebensmittelwirtschaft und Politik.“ Im Koalitionsvertrag hatten CDU und SPD vor zwei Jahren noch „bundesweite Gentechnik-Anbauverbote“ angekündigt.
Gentechnisch verunreinigte Maissamen verkauft und angebaut
In mehreren Bundesländern wurde gentechnisch verunreinigtes Mais-Saatgut eines Händlers aus Niedersachsen ausgesät. Deutsche Behörden wurden erst durch ungarische Kontrolleure auf den Fall aufmerksam. „Es besteht offenbar Nachholbedarf im Kontrollsystem“, kommentiert VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting. „Die ‚Ohne Gentechnik“-Lebensmittelwirtschaft ist darauf angewiesen, dass die Gentechnikfreiheit zuverlässig gesichert ist“.
Grüne klar für Gentechnik-Regulierung
Die Grünen-Fraktionen in Bundestag und Europaparlament haben Positionspapiere verabschiedet, in denen sie sich klar gegen eine Deregulierung neuer Gentechnik-Verfahren aussprechen. Das ist eine gute Nachricht für Verbraucher, Lebensmittelwirtschaft und den boomenden deutschen und europäischen "Ohne Gentechnik"-Wirtschaftssektor.