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Nachweisverfahren: „Neue Gentechnik“-Pflanzen können gezielt eindeutig identifiziert werden
Voraussetzung für einen solchen Nachweis sind neben Informationen über die spezifische gezielte gentechnische Veränderung zusätzliche präzise und detaillierte Sequenzinformationen über den genomischen Hintergrund der Pflanzenlinie. Aus beidem zusammen lasse sich dann ein sogenannter „genetischer Fingerabdruck“ gewinnen, berichtete die Molekularbiologin Dr. Marie-Alice Fraiture vom nationalen belgischen Forschungsinstitut für öffentliche Gesundheit Sciensano beim Non-GMO Summit 2026 in Frankfurt. Die Wissenschaftlerin stellte dort den aktuellen Forschungsstand in Sachen Nachweisverfahren für NGT vor, an dem sie und ihr Institut im Rahmen des EU-Projekts DARWIN arbeiten.
Viele Informationen nötig für Schlüssel zum „genetischen Fingerabdruck“
Der Nachweis „nur“ der gezielten Genveränderung reiche nicht aus, um eine bestimmte NGT-Pflanze eindeutig nachzuweisen, da die Veränderung auch auf andere Weise entstanden sein könnte, so Fraiture. Daher brauche es viele zusätzliche Informationen aus öffentlichen Datenbanken und auch von den Herstellern, um einen „spezifischen Schlüssel“ für jede einzelne NGT-Pflanzenlinie zu generieren.
Wenn ein solcher Schlüssel vorliegt, können Proben mit modernen Genom-Sequenzierungsverfahren gezielt und auf das Vorhandensein der spezifischen Veränderungen untersucht werden und damit eindeutige Ergebnisse liefern, erklärte die Forscherin.
NGT-Nachweisverfahren sind wichtig für „Ohne Gentechnik“ und Bio
Nachweisverfahren auch für NGT-Pflanzen sind wichtige Instrumente, damit „Ohne Gentechnik“- und Bio weiterhin zuverlässig gentechnikfreie Lebensmittel herstellen können – insbesondere, wenn durch die geplante EU-Deregulierung künftig die verpflichtende Gentechnik-Kennzeichnung wegfällt. Die beim Non-GMO Summit vorgestellten wissenschaftlichen Fortschritte in diesem Bereich sind daher ein gutes Signal für die Lebensmittelwirtschaft. Damit solche Nachweise wirklich flächendeckend funktionieren, sollten Hersteller von NGT-Pflanzen verpflichtet werden, die nötigen genetischen Informationen über ihre Erzeugnisse für die Entwicklung solcher spezifischen Verfahren zur Verfügung zu stellen.
EU-Projekt DARWIN entwickelt NGT-Nachweisverfahren
Am DARWIN-Projekt beteiligen sich europaweit Wissenschaftler:innen verschiedener Institutionen, um innovative Nachweismethoden für Rückverfolgbarkeit und Transparenz bei Produkten aus neuer Gentechnik zu entwickeln. An dem EU-geförderten Projekt sind 15 Organisationen aus 11 Ländern beteiligt, darunter auch der VLOG. Mit den geplanten neuen Verfahren soll es nicht nur möglich sein, bereits bekannte DNA-Sequenzen nachzuweisen (spezifischer Nachweis), sondern auch die Methode zu identifizieren, mit der die DNA-Veränderungen erzeugt wurden (unspezifischer Nachweis). Außerdem sollen im Rahmen von DARWIN digitale Lösungen zur Rückverfolgbarkeit entwickelt werden.