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Widerstand gegen EU-Deregulierung Neuer Gentechnik hält an

- Die endgültige Verabschiedung der EU-Deregulierung für Pflanzen aus Neuer Gentechnik (NGT) schien fast nur noch Formsache. Doch es gibt weiteren Widerstand und Verzögerungen.

Aktion beim politischen Aschermittwoch 2026 der CSU in Passau, Foto: AbL / Stefan Schopf

Nach der informellen Zustimmung im EU-Ministerrat kurz vor Weihnachten und einer Abstimmung im Umweltausschuss (ENVI) des Europaparlaments (EP) im Februar stand zunächst eine endgültige EP-Abstimmung im März als letzter Schritt zum Beschluss der weitgehenden NGT-Deregulierung im Raum. Damit würde unter anderem die Kennzeichnungspflicht für einen Großteil der künftigen Gentechnik-Lebensmittel wegfallen. Inzwischen ist das EP-Votum für den 18. Mai terminiert.

Denn zuvor muss auch der Ministerrat seine Zustimmung, die im Dezember lediglich auf Vertreterebene signalisiert worden war, noch einmal formal bestätigen. Außerdem können im EP noch einmal Änderungsanträge gestellt werden, die das Verfahren nochmals verzögern könnten, wenn die eine Mehrheit fänden.

DBV und BÖLW wollen Änderungen bei Patenten

Eine interessante Initiative dazu haben der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) im Rahmen der Biofach-Messe im Februar in Nürnberg vorgestellt. Die beiden Verbände setzen sich hinter den Kulissen gemeinsam für einen EP-Änderungsantrag zur NGT-Deregulierung ein, durch den die Wirksamkeit von Patenten bei Züchtung, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ausgenommen werden soll. 

Eine Mehrheit dafür im Parlament scheint zumindest nicht ausgeschlossen. Käme sie tatsächlich zustande, läge der Ball wieder beim Ministerrat und damit bei den EU-Mitgliedsstaaten. Sollten die dann eine solche Änderung mit EP-Mehrheit ablehnen, würde das die Deregulierung insgesamt stark verzögern.

 

Bioland: Aktionen für Unternehmen und Verbraucher:innen

Der Bio-Verband Bioland hat unter der Überschrift „Stoppt das trojanische Pferd der deregulierten Gentechnik“ eine Reihe von Aktionsmöglichkeiten für Unternehmen und Verbraucher:innen zusammengestellt. Für Betriebe gibt es Briefvorlagen, mit denen sie Europaabgeordnete zu sich einladen können, um sie vor Ort über die Erfordernisse der gentechnikfreien Produktion zu informieren. Verbraucher:innen können mit Hilfe eines Tools gezielt und einfach E-Mails an selbst ausgewählte EU-Abgeordnete schreiben.

Internationale Social-Media-Aktion „Geschwärzte Zutaten“

Eine Reihe europäischer Umwelt- und Bio-Organisationen haben unterdessen eine neue internationale und mehrsprachige Social-Media-Kampagne unter dem Motto „Geschwärzte Zutaten – Gen-editierte Lebensmittel kennzeichnen!“ gestartet. Über Messenger-Kanäle etwa bei Whatsapp und Telegram werden Interessierte informiert, können einfach aktiv werden und die Informationen weiter verbreiten.

Politischer CSU-Aschermittwoch: Gentechnik im Bier?

Bereits beim politischen Aschermittwoch der CSU am 18.02.2026 in Passau hatte ein Bündnis aus 18 Bauern-, Umwelt- und Verbraucherorganisationen mit einer überdimensionalen Maß Bier mit der Aufschrift „Gentechnik im Bier? Manipuliert - patentiert – undeklariert – Willst Du das wirklich?“ öffentlichkeitswirksam gegen die Gentechnik-Deregulierung protestiert.

Europaparlament: Übersichtsseite mit Terminen zur NGT-Neuregulierung

Bioland: Aktionen für Unternehmen und Verbraucher:innen „Stoppt das trojanische Pferd der deregulierten Gentechnik“

Internationale Social-Media-Kampagne „Geschwärzte Zutaten – Gen-editierte Lebensmittel kennzeichnen!“

Lebensmittelpraxis: Bündnis in Bayern warnt vor Gentechnik im Bier

AbL: Bayerisches Bier muss gentechnikfrei und patentfrei bleiben!