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Grüne Woche 2026: „Ohne GenTechnik“ im Gespräch

- Gentechnikfreie Lebensmittel waren ein wichtiges Thema bei der Grünen Woche 2026: Die EU-Deregulierung für Neue Gentechnik ist auf der Zielgeraden, außerdem machten kaum übersehbare Großplakate auf das Thema aufmerksam.

Vor allem diese beiden Faktoren sorgten dafür, dass „Ohne Gentechnik“ 2026 auf der Messe noch mehr im Gespräch war als in den Vorjahren. Bereits am Eröffnungstag der Grünen Woche machte der VLOG zusammen mit Bioland, Alnatura und dennree bei einer gemeinsamen Podiumsveranstaltung die Herausforderungen der anstehenden EU-Deregulierung für „Ohne Gentechnik“ und Bio deutlich und forderte Europaabgeordnete und Ministerrat auf, dem vorliegenden Vorschlag nicht zuzustimmen.

Bio-Empfang: „Neue Gentechnik“ Thema in allen Reden 

Beim traditionellen Bio-Empfang am Eröffnungsabend der Grünen Woche machten sämtliche Redner:innen von Umweltminister Carsten Schneider (SPD) über Agrar-Staatssekretär Markus Schick (CSU) bis Ophelia Nick MdB (Grüne) die laufende EU-Deregulierung für Neue Gentechnik (NGT) zum Thema.

Minister Rainer ausführlich, aber widersprüchlich zu NGT

Am selben Tag hatte sich auch Agrarminister Alois Rainer (CSU) in einem Interview ausführlicher als je zuvor öffentlich zu NGT geäußert, allerdings recht widersprüchlich. Einerseits gehören NGT seiner Ansicht nach nicht zur „klassischen Grünen Gentechnik“, andererseits hätte er nach eigenem Bekunden dennoch gerne eine „Business-to-Business“-Kennzeichnung für NGT im Trilog erreicht und will, dass die Bio-Landwirtschaft weiterhin „völlig gentechnikfrei“ wirtschaften können soll. 

Weißt Du, was Du da isst? „Ohne GenTechnik“ auf Großplakaten

Für alle Messebesucher:innen deutlich sichtbar wurden „Ohne Gentechnik“ und unser Siegel zur Grünen Woche durch Großplakate an allen Messeingängen, den umliegenden S- und U-Bahnhöfen sowie am Berliner Hauptbahnhof. Sie zeigten vier unterschiedliche aufmerksamkeitsstarke Motive verfremdeter Lebensmittel in Form eines Fragezeichens mit der Frage „Weißt du, was du da isst?“ und verwiesen auf die URL gentechnikfrei.de, auf der das Siegel kurz erklärt wird und Einkaufsmöglichkeiten für Produkte mit dem Siegel genannt werden. Postkarten mit den Motiven wurden auf der Grünen Woche und diversen Begleit-Events verteilt.

Politische Hintergrundgespräche zur Zukunft von „Ohne Gentechnik“

Der VLOG nutzte die Grüne Woche wie schon seit vielen Jahren auch 2026 wieder zu einer Reihe von Hintergrundgesprächen mit relevanten Politiker:innen und Stakeholdern, darunter die niedersächsische Landwirtschaftsministern Miriam Staudte (Grüne), die Staatssekretäre Jochen Flasbarth und Carsten Träger (beide SPD) aus dem Bundesumweltministerium, die baden-württembergische Agrar-Staatssekretärin Sabine Kurtz (CDU), den Vorsitzenden des Bundestags-Agrarausschusses Herrmann Färber (CDU), die Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion, den Europaparlamentarier Martin Häusling (Grüne), die Landtagsabgeordneten Laura Weber aus Bayern und Wolfram Günther aus Sachsen (beide Grüne) sowie die Vizepräsidenten des Bundesamts für Naturschutz (BfN, Thomas Graner) und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR, Tewes Tralau).

Auch in den Gesprächen wurde die besondere Relevanz von „Ohne Gentechnik“ in diesem Jahr deutlich. Im Fokus stand dabei meist die anstehende NGT-Deregulierung und die Frage, wie die Branche damit umgehen kann und wird.

Schon kurz vor der Grünen Woche hatte Greenpeace einen umfangreichen Gentechnik-Supermarkt-Check mit Schwerpunkt auf NGT veröffentlicht, außerdem appellierte der VLOG mit zahlreichen weiteren Verbänden und Organisationen aus verschiedenen Bereichen in einer gemeinsamen Resolution an die Politik, die Gentechnik-Kennzeichnungspflicht zu erhalten.